An dieser Stelle ein kurzer Wochenendbericht:
Mein Papa ist wie geplant am Freitag Abend, allerdings mit ein paar Minuten Verspätung, im leider verregneten Zagreb angekommen. Danach waren wir nur kurz in der Wohnung, schnell ein Bier zum Aklimatisieren und dann gleich weiter in die Stadt. Zum Glück wollte mir Kristina noch unbedingt meine Kamera vorbeibringen und ich konnte sie erfolgreich dazu überreden mit uns in die Stadt zu FAHREN. (Anm: sie war mit dem Auto unterwegs
) In der Purgeraj angekommen, war wie bereits befürchtet das Konzert schon vorbei, Alex und Harti waren von Beginn an dort und dementsprechend „gut drauf“. Letztendlich waren wir bis ca. 2:00 Uhr dort und mein Papa, Alex und Kristina haben sich auf den Heimweg gemacht. Harti und ich waren noch schwerstens motiviert und sind noch weitergezogen und zwar ins Jabuka, ein Club der etwas abgelegen im Botschafts- bzw. Villenviertel von Zagreb liegt, direkt gegenüber der österreichischen Botschaft. Dort angekommen war mein Alkohollevel auf einer Skala von 1 bis 10 (10 ist das höchste) etwa bei 2,5 wobei der Harti eher bei 5 oder 6 war, da gabs für mich nur eine Chance: Aufholen, und zwar ganz schnell!! Das tat ich dann auch und es dauerte nicht lange bis ich mich seinem Level annäherte, ganz zu ihm aufgeschlossen oder gar eingeholt hab ich ihn aber leider nicht. Das Jabuka (zu Deutsch: Apfel) hat 3 wesentliche Vorteile gegenüber anderen Clubs: 1. geile Musik! 2. billiger Alkohol! 3. Dunkel, sehr dunkel! Daher nennen wir das Jabuka nun liebevoll „Endstation Jabuka“…
Am Samstag haben wir erstmal ordentlich ausgeschlafen, im Anschluss ein Kaiserfrühstück genossen und uns allmählich dazu motiviert eine Art Stadtbesichtigung zu machen. Da das Wetter gelinde gesagt relativ beschissen war, sind wir mit dem Auto durch die Stadt gefahren, damit sich mein Vater einen groben Überblick über Zagreb verschaffen konnte. Highlight des Tages war definitiv am späten Nachmittag, als wir in ein wirklich tolles Restaurant (Pri Zvoncu), gleich bei uns ums Eck, gegangen sind. Das Pri Zvoncu bietet ein angenehmes Ambiente, super Service, tolles Essen und das zu einem Preis der ca. zwischem kroatischem und österreichischem Durchschnitt liegt. Wenn man eine Suppe bestellt, zB eine Rindsuppe (15 Kuna = ca. 2 Euro) bekommt man nicht einfach einen Teller Suppe, nein – man bekommt einen leeren Teller und eine Schüssel Suppe, aus der man etwa 5 Teller schöpfen kann. Den wahrscheinlich bleibendsten Eindruck hat aber das Ramsteak (Anm.: Vicky’s Einwand (Kommentar) ist durchaus berechtigt, trotzdem heißt das „Rumpsteak“ in Kroatien „Ramsteak“) vom Alex hinterlassen, das unglaubliche 800 Gramm schwere Stück „Tier“, das er mit großer Mühe fast ganz aufgegessen hatte (ca. 700g). Da auch die restlichen Speißen nur knapp unter der Größenordnung des Ramsteaks lagen, hatten wir relativ große Mühe es in unsere Wohnung zu schaffen. Ursprünglich wollten wir nur ein wenig relaxen und danach, es war ja schließlich Samstag, die Stadt unsicher machen, denkste… niemand wollte es laut aussprechen, aber wir konnten einfach nicht mehr, und zwar keiner von uns… um etwa 23:30 Uhr habe ich das Schweigen letztlich gebrochen und verkündet, dass es für mich heute „Game Over“ ist und ich schlafen gehen werde… ab diesem Zeitpunkt konnte man die Erleichterung im gesamten Raum förmlich spüren und alle gingen zustimmend ebenfalls ins Bett.
Sonntag Mittag sind wir dann voller Erwartungen auf den Sljeme (Berg bzw. eher Hügel nördlich von Zagreb, wo auch das Damen Ski-Weltcup-Rennen stattfindet) gefahren. Die erhoffte tolle Aussicht gabs leider nicht, dafür etwas Schnee und viele, viele Kroaten die sowas ähnliches wie Skifahren versucht haben – alles in allem also nicht unbedingt empfehlenswert, evtl. ist es zu einem späteren Zeitpunkt besser, wenn man zu Fuß auf den Sljeme wandern kann. Anschließend gabs dann tatsächlich eine Innenstadtbesichtigung… Gornji Grad, Trg Bana Jelačića, … bissl Kaffee trinken im Tantra, etc. Krönender Abschluss war wiedermal das Abendessen, diesmal in der Pivnica, wo wir letzten Sommer während des Sprachkurses unseren täglichen Mittagstisch hatten. Das Essen ist tip-top und die Preise, insbesondere die Bierpreise sind spitze. Ein Krügerl (selbstgebrautes) Bier kostet unglaubliche 10 Kuna!!!! (etwa € 1,40) Nach dem Essen gabs wieder kollektives „auf dem Sofa liegen und jammern, weil der Bauch so voll ist“.
Zusammenfassend kann man sagen, dass dies ein sehr gelungenes, unterhaltsames Wochenende war. Mich freut vorallem, dass es meinem Vater in Zagreb so gut gefallen hat und er deshalb vor hat auf jeden Fall noch einmal auf Besuch zu kommen.